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Zanele
mit Bruni Prasske Sie nennen mich Smiley Leben mit Aids in Südafrika Mit einem Vorwort von Gundula Gause Originalausgabe, 250 Seiten, |
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Bruni Prasske ist eine Autorin, die mit einfühlsamer, wacher Seele sieht und hört. Ihr geschulter Fachverstand und jahrelange Erfahrung mit Reisen in ferne Länder und Kulturen geben ihr das Rüstzeug, die Schicksale fremder Menschen und Lebensformen in einer Weise zu schildern, dass es den Leser mitten ins Herz trifft. Diese Gabe, die sie zuletzt mit Erfolgsbüchern wie MÖGEN DEINE HÄNDE NIEMALS SCHMERZEN und IMMER NOCH TRÄUME ICH VON DEUTSCHLAND unter Beweis stellte, perfektioniert sie in ihrem jüngsten Werk. In SIE NENNEN MICH SMILEY leiht Bruni Prasske einer jungen Frau, die mutterseelenallein ist auf dieser Welt, ihre Stimme, damit diese das Wort ergreifen kann - im Namen und zum Wohle von Millionen. SIE NENNEN MICH SMILEY antwortet die heute fünfundzwanzigjährige Zanele, wenn man sie nach ihrem Namen fragt. Ihren wirklichen Namen kennt sie ebenso wenig wie ihr genaues Geburtsdatum. Zanele hat keine Erinnerung an ihre frühe Kindheit, keine Verwandten, keine Wurzeln. Sie trägt noch Windeln, als sie ausgesetzt und von der Straße aufgelesen wird von einer Familie, die sie zu schwersten körperlichen Arbeiten heranzieht und regelmäßig verprügelt. Zanele ist noch keine neun Jahre alt, als ihr wesentlich älterer Pflegebruder Sipho beginnt, sie allabendlich zu vergewaltigen. Und sie mit HIV infiziert. Damit scheint ihre Zukunft vorprogrammiert: Gewalt – Krankheit – Tod. Zaneles Schicksal ist kein Einzelfall in Südafrika. In keinem anderen Land der Welt werden jährlich im Schnitt 55.000 Vergewaltigungen angezeigt, während die geschätzte Dunkelziffer bis zu zwanzigfach höher liegt. Die Folge: Fast ein Viertel der südafrikanischen Bevölkerung im Alter von fünfzehn bis neunundvierzig Jahren ist mit HIV infiziert; in einigen Gebieten kommt es täglich zu siebentausend Neuinfektionen. Und die Betroffenen schweigen. Aus Angst, Unwissenheit, Hilflosigkeit. Nicht so Zanele. Sie ist gerade mal zehn Jahre alt, als sie den Mut aufbringt, Siphos Gräueltaten publik zu machen. Daraufhin bringt man sie ins „Haus der Kinder“, ins Waisenhaus von St. Philomena’s im Osten von Durban, einer Einrichtung des internationalen katholischen Missionswerks missio. Hier lernt das Mädchen in den folgenden Jahren eine ganz neue Welt kennen, die von Respekt und Nächstenliebe geprägt ist und in der ihr Bildung und Aufklärung zuteilwerden, eine Welt, in der sie von lebendigem Glauben berührt wird, der ihr eine von Mut und Zuversicht gestützte Zukunftsperspektive bietet. Das ausgesetzte Kind von einst wird zu einer selbstbewussten jungen Frau mit einem strahlenden Lächeln, die auf die Frage nach ihrem Namen antwortet: SIE NENNEN MICH SMILEY. Das vergewaltigte, kleine Mädchen von einst macht ihr Abitur, studiert und wird eine „verwundete Heilerin“, die heute die Straßenkinder des Umthombo-Projekts betreut, obdachlose und verwaiste Jungen und Mädchen, die sich in einem der gefährlichsten Stadtteile von Durban behaupten müssen. Das potentielle Aids-Opfer von einst nimmt seit Jahren antiretrovirale Medikamente und lebt trotz Hi-Virus im Blut das erfüllte Leben einer Beinahe-Gesunden, die von der Zukunft und der großen Liebe träumt. Zanele wird zu einem Symbol für Millionen. Seit Jahren hält sie regelmäßig Vorträge über ihr Schicksal und ihre Krankheit. In Südafrika keine Selbstverständlichkeit. Denn in Südafrika werden HIV und Aids immer noch gern totgeschwiegen. Es war die Absicht der Autorin Bruni Prasske, Zaneles Lebensweg in SIE NENNEN MICH SMILEY so festzuhalten, dass er für den Leser nachfühlbar wurde. Gelungen ist ihr weit mehr als das. Während das Buch einerseits Zaneles Geschichte erzählt und dem Leser tiefe Einblicke gewährt in einen beispiellosen Kampf, aus dem heroische Kraft erwächst, zeichnet die Autorin andererseits in Passagen, die auf den ersten Blick wie literarisch meisterhaft gelungene Beschreibungen wirken, ein gesellschaftskritisches Bild der noch sehr jungen Demokratie Südafrikas. SIE NENNEN MICH SMILEY ist hervorragend geschriebene Informations- und Unterhaltungslektüre, die streckenweise zu Tränen rührt. Vor allem aber gibt das Buch Hoffnung. Nicht nur den Millionen, die Zaneles Schicksal teilen, sondern darüber hinaus jedem, der dank Bruni Prasskes literarischer Kunstfertigkeit „zwischen den Zeilen“ lernen kann, wie einfach es wäre, eines der größten Probleme der Menschheit zu lösen. Bastei Lübbe GmbH & Co. KG |
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![]() Foto: Harald Opitz |



