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seien hier viel gelassener und freundlicher und alles sei nicht so aufgesetzt cool wie im Schanzenviertel. Er hat Recht, hier wird sogar noch –wie eh und je– ganz offen gedealt, während man die Junkies und Dealer aus meinem Stadtteil längst vertrieben hat und die einstige Bandbreite der Geschäfte sich den Bedürfnissen der Modeszene anpasst. Hier sieht man Menschen unterschiedlichen Alters, Hautfarbe, Figur und Kleidungsstils vorbei spazieren. In der morgendlichen Sommersonne wirkt das Ostertorviertel wirklich außerordentlich sympathisch. Übermütig bestellen wir die leckersten Zugaben, und müssen am Ende feststellen, dass wir 25 Euro verfuttert haben. Zügellosigkeit und Logenplätze haben ihren Preis. |
Inzwischen ist es so heiß geworden, dass ein Museumsbesuch eine angenehme Kühlung verspricht. Die Ausstellung wartet mit zahlreichen Besonderheiten auf, die meine Hochachtung vor den mutigen Kerlen der Seenotrettung ins Unermessliche steigert. Allein schon der Anblick von Riesenwellen, auf einem Monitor, treibt mir die blanke Angst in die Knochen. Ein Simulator ermöglicht uns das Steuern eines Seenotrettungsbootes. Mit Mühe verlassen wir den sicheren Hafen, um zwei Segler aus einer Notlage zu befreien. Beinahe rammen wir eine Markierungstonne und können den Zusammenstoß mit einer Fähre erst im letzten Moment verhindern. Immerhin haben wir unser Boot nicht gleich an der Kaimauer zu Schrott gefahren, wie unsere Vorgängerin. Aus dem Museumsshop nehme ich den Text „Nis Randers“ von Otto Ernst mit. Das herzzerreißende Lied über ein Wrack auf einer Sandbank ist von Achim Reichel in seiner „Regenballade“ genial vertont worden. |