nicht viel zu sehen. Eine schmale Treppe führt nach einer halben Rundung in den Schlafraum mit seinen drei Etagenbetten. Die Ausstattung ist noch original und erinnert ein wenig an die Alkhoven in Cloppenburg. Mein Liebster macht sogleich die Liegeprobe und könnte es zur Not eine Weile darin aushalten. Eine Etage höher liegt die Wohnküche. Hier dürfte es für die sechs Gäste sehr gemütlich werden. Der alte Herd, eine halbrunde Bank, Mobiliar aus den dreißiger Jahren und eine schlichte Petroleumbeleuchtung geben dem Raum eine urige Atmosphäre. Weiter oben befinden sich das Dienstzimmer und die Erker mit den Leuchtfeuern. In der oberen Etage brannte einst das Hauptfeuer. Die geschliffenen Glasprismen, zur Verstärkung des Lichtes, reflektieren noch immer in ihrer lebensrettenden Funktion. An die kreisrunde Wand ist eine gemütliche Bank montiert. Auch in diesem Raum lässt es sich sicher einen ganzen Tag lang aushalten. Durch Panoramafenster kann man jede Regung auf dem Meer genüsslich beobachten. Aber heute ist das Wetter viel zu schön für das Innere des Turms, und so bleiben wir die meiste Zeit auf der Außenbalustrade und genießen den Rundblick. Neuwerk und Wangerooge lassen sich fast immer erkennen, und bei besonders guter Sicht sogar die roten Felsen von Helgoland in 30 Seemeilen Entfernung.
Als der Kapitän zur Rückreise ruft, die Erbsensuppe schon bis hinauf zum Leuchtturm duftet, das Alkoholverbot aufgehoben wird und der Zapfhahn läuft, könnten auch wir uns vorstellen

uns vorstellen einige Tage zu bleiben. Abschreckend ist allerdings der Preis von 407 Euro pro Person für eine Nacht und 465 für zwei Nächte. Die Tagestour kostet knapp 60 Euro.
Der Stuttgarter hat für seinen besonderen Tag eine Flasche Wein dabei, und so stoßen wir mit einem wahren Fan auf den Turm der Türme an, werfen einen letzten Blick auf die winkenden Übernachtungsgäste und planen unseren nächsten Nordseeküstentrip. Als der beleibte Seebär zur Öffnung seines „Bauchladens“ ruft, kaufen auch wir einige Souvenirs für die Daheimgebliebenen.
Die Golith macht mit auflaufend Wasser bereits um 17 Uhr an der Seebäderkaje fest und uns bleibt ausreichend Zeit für einen Einkauf im Fischereihafen. Dann geht es „über Land“ nach Hamburg. Ich sitze Krabben pulend auf dem Beifahrerinnensitz, stecke meinem Liebsten ein Händchen voll hart errungener Granat in den Mund und dirigiere ihn zu einem winzigen Örtchen namens Junkernhose. Der Gutshof mit dem Melkerhäuschen, in dem ich einst wohnte, liegt abgelegen und versteckt in einem idyllischen Wäldchen. Mein Liebster staunt über das „Hexenhaus“, und mir ist es so fremd geworden, dass ich mir nur schwerlich vorstellen kann, wie ich damals Holz gehackt und den Ofen angefeuert habe. Wir fahren Richtung Osten zur Elbe und passieren so urige Ortschaften wie Hosermühlen, Heinschenwalde, Wüstewohlde, Moorausmoor, Kohlmoor und Hemmoor. Hier war ich schon Jahrzehnte nicht mehr, aber es scheint seitdem auch keine durchgreifenden

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