seitdem auch keine durchgreifenden Veränderungen gegeben zu haben. Die abgelegene Region zwischen Weser und Elbe beeindruckt uns mit ihrer lieblichen Landschaft aus sanften Erhebungen, wo Pferde und Kühe auf saftigem Grün weiden und alter Baumbestand als Begrenzung der Wiesen dient. Auf unserer Route stoßen wir weder auf größere Ansiedlungen, noch auf Überspannleitungen, Telefonmasten oder Windräder. Die nächste Stadt ist knapp Hundert Kilometer entfernt, was zugegebenermaßen ein beunruhigender Gedanke ist.
„Was macht man hier im Winter?“, rutscht uns Großstadtliebhabern fast gleichzeitig die entscheidende Frage heraus. Aber ganz tief in meinem Inneren spüre ich den Wunsch nach einem Leben, dass nur in einer Landschaft möglich sein kann, die derart weich, beruhigend und zeitlos ist. Ob man es vielleicht zunächst mit einem Wohnwagen oder einem kleinen Holzhäuschen fürs Wochenende versuchen sollte? Wenn das Grün uns in Panik versetzt, könnten wir zur Not, in weniger als zwei Stunden, in Hamburg sein.
„Dann lieber ans Meer!“, sagt mein Schatz. „Aber dort ist es viel zu hektisch! All die Touristen!“, entgegne ich.  Er erinnert mich an einen Besuch auf den nordfriesischen Halligen, den wir uns ganz fest vorgenommen haben.
Als wir in Wischhafen mit der Fähre nach Glückstadt übersetzen, zwei Pfund Krabben noch immer nicht bewältigt sind, und die Elbe unterm Kiel spüren, nimmt der breite Strom mich sofort wieder gefangen.

Strom mich sofort wieder gefangen. Mit ihrer Verbindung zum Meer gibt die Elbe mir immer das Gefühl an ihren Ufern auch gleichzeitig mit der Welt verbunden zu sein. Ein Leben ohne diesen Fluss kann ich mir kaum vorstellen. Ein  Ozeanriese zieht vorbei. Vor wenigen Stunden hat er in Hamburg Tausende von Containern an Bord genommen. Die Stadt ist fast schon zu spüren. Wir freuen uns auf das quirlige Leben in St.Pauli und werden irgendwo in der lauen Sommernacht noch ein Bier trinken und die Tage Revue passieren lassen.
„Du wolltest mir noch sagen, was stippen heißt“, sagt mein Liebster, als wir das Auto ausladen.
„Stippen!“, wiederhole ich mit spitzer Zunge, um Zeit zu gewinnen. „Kommt aus dem Plattdeutschen, und heißt mal-eben-kurz-eintunken.“
„Bist du dir sicher?“
„Aber na klar!“

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Ende
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